Frau zeigt den Mittelfinger

Beleidigt, beschimpft, bedroht: An Arbeitsplätzen mit Publikumsverkehr sind Beschäftigte des öffentlichen Dienstes mitunter mit aggressivem Verhalten konfrontiert, zum Beispiel in Jobcentern und Sozialämtern. Nicht nur körperliche Übergriffe, auch verbale Gewalthandlungen können Betroffene belasten. Sie sind verunsichert, ziehen sich zurück, vermeiden Orte oder bestimmte Tätigkeiten. Hohe Fehlzeiten und eine verringerte Produktivität können daraus resultieren. “In sehr schweren Fällen beobachten wir eine posttraumatische Belastungsstörung. Diese kann auch dazu führen, dass Betroffene nicht an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können”, sagt Christian Pangert, Präventionsexperte der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG).

Grundlage für ein Sicherheitskonzept: Gefährdungsbeurteilung

Arbeitgebende müssen ihre Beschäftigten vor Angriffen und den negativen Folgen von Gewalt schützen. Grundlage für ein Sicherheitskonzept ist die Gefährdungsbeurteilung. Sie dokumentiert systematisch für jede Tätigkeit und jeden Arbeitsplatz, welche Formen der Gewalt drohen. Anschließend werden Gegenmaßnahmen definiert. Die Vermeidung von Gefahrenquellen ist dabei am wichtigsten. Beispielsweise sollten sich keine Gegenstände auf dem Schreibtisch befinden, die als Waffe oder Wurfgeschoss dienen könnten. Wichtig sind auch technische Maßnahmen und die Qualifizierung der Beschäftigten, zum Beispiel in Form von Schulungen in Gesprächstechnik. Darin lernen sie, stets sachlich zu bleiben und brenzlige Situationen zu deeskalieren.

Gewalt kommt auch innerhalb der Belegschaft vor. Was das mit Führungsstil und Betriebskultur zu tun hat, erklärt Autor Dr. Holger Pressel in einem Interview

Quelle: pi DGUV, 22.09.2021

Weitere Beiträge

Hohe emotionale Anforderungen bei der Arbeit an und mit Menschen

Hohe emotionale Anforderungen bei der Arbeit an und mit Menschen

Neues Faktenblatt der BAuA zur psychischen Belastung bei personenbezogenen Tätigkeiten Etwa jeder dritte Erwerbstätige in Deutschland arbeitet mit oder an Menschen. Sie sehen sich deutlich stärker emotionalen Anforderungen ausgesetzt als andere Beschäftigte. Die...